Apprenticeship Work Book

2009 April 6
by Übermensch

Hello,  Here we have a workbook that covers Karl Goetz’s apprenticeship period from 1892-1904.  I have a number of different work books but thought we should start with the earliest.

I know enough German to recognize the artists and firms he worked under in the job description boxes but I’d like to know what all of the book text actually says too.

If we could start out with a literal translation of the printed booklet text first it would form an outline for the handwritten text to be translated next.

I also have the scans available as a .PDF for anyone wanting a copy to look at on your local computer.  With the exception of the front cover, all images are in black and white in hopes that the text would be easier to read.

Here we go….

3 Responses leave one →
  1. 2009 April 8

    OK, lot’s of legalese here, which is kinda stretching my abilities. Some of my translations here won’t sound much better than Babelfish, but I’ll try to summarize things in an intelligible way also.

    If anyone else can proofread or offer further comments/corrections it will be greatly appreciated! I’ve completed the full transcription for each regulation, so you won’t have to try reading the old script :)

    – Eric

    107
        Minderjährige Personen dürfen, soweit reichsgestzlich nicht ein Anderes zugelassen ist, als Arbeiter nur beschäftigt werden, wenn sie mit einem Arbeitsbuch versehen sind. Bei der Annahme solcher Arbeiter hat der Arbeitgeber das Arbeitsbuch einzufordern. Er ist verpflichtet, daselbe zu verwahren, auf amtliches Verlangen vorzulegen und nach rectmäßiger Lösung des Arbeitsverhältnisses dem Arbeiter wieder auszuhändigen. Die Aushändigung erfolgt an den Vater oder Vormund, s*os*ern (unsure if these are S’s) diese es verlangen, oder der Arbeiter das sechszehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, andernfalls an den Arbeiter selbst. Mit Genehmigung der Gemeindebehörde des im § 108 bezeichneten Ortes kann die Aushändigung des Arbeitsbuches auch and die Mutter oder einen sonstigen Angehörigen oder unmittlebar an den Arbeiter erfolgen.
        Auf Kinder, welche zum Besuche der Volksschule verpflichtet sind, finden vorstehende Bestimmungen keine Anwendung.

    108
        Das Arbeitsbuch wird dem Arbeiter durch die Polizeibehörde desjenigen Ortes, An welchem er zuletzt seinen daurernden Ausenthalt gehabt hat, wenn aber ein solcher im Gebiete des Deutschen Reiches nicht stattgefunden hat, von der Polizeibehörde des von ihm zuerst erwählten deutschen Arbeitsortes kosten – un stempelfrei ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt auf Antrag oder mit Zustimmung des Vaters oder Vormundes; ist die Erklärung des Vaters nicht zu beschaffen, oder verweigert der Vater die Zustimmung ohne genügenden Grund und zum Nachtheile des Arbeiters, so kann die Gemeindebehörde die Zustimmung desselben ergänzen. Vor der Ausstellung ist nachzuweisen, daß der Arbeiter zum Besuche der Volksschule nicht mehr verpflichtet ist, und glaubhaft zu machen, daß bisher ein Arbeitsbuch für ihn noch nicht ausgestellt war

    109
        Wenn das Arbeitsbuch vollständig ausgefüllt oder nicht mehr brauchbar, oder wenn es verloren gegangen oder vernichtet ist, so wird an Stelle deselben ein neues Arbeitsbuch ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt durch die Polizeibehörde desjenigen Ortes, an welchem der Inhaber des Arbeitsbuches zuletzt seinen dauernden Ausenhalt gehabt hat. Das ausgefüllte oder nicht mehr brauchbare Arbeitsbuch ist durch einen amtlichen Vermerk zu schließen.
        Wird das neue Arbeitsbuch an Stelle eines nicht mehr brauchbaren, eines verloren gegangenen oder vernichteten Arbeitsbuches ausgestellt, so ist dies darin zu vermerken. Für die Ausstellung kann in diesem Falle eine Gebühr bis zu fünfzig Pfennig erhoben werden.

    110
        Das Arbeitsbuch (§ 108) muß den Namen des Arbeiters, Ort, Jahr und Lag seiner Geburt, Namen und letzen Wohnort seines Vaters oder Vormundes und die Unterschrift des Arbeiters enthalten. Die Austellung erfolgt unter dem Siegel un der Unterschrift der Behörde. Letzere hat über die von ihr ausgestellten Arbeitsbücher ein Verzeichniß zu führen.
        Die Einrichtung der Arbeitsbücher wird durch den Reichskanzler bestimmt.

        The Workbook must show the name of the worker, place, year and locality of his birth, name and last residence of his father or guardian and the signature of the worker. The issue follows after the seal and signature of the authority. Lastly, obtain registration for your issued workbook.
        The use of the workbook will be determined through the Reichskanzler.

    111
        Bei dem Eintritte des Arbeiters in das Arbeitsverhältniß hat der Arbeitgeber an der dafür bestimmten Stelle des Arbeitsbuches die Zeit des Eintrittes und die Art der Beschäftigung, am Ende des Arbeitsverhältnisses die Zeit des Austrittes und, wenn die Beschäftigung Aenderungen erfahren hat, die Art der letzen Beschäftigung des Arbeiters einzutragen.
        Die Eintragungen sind mit Tinte zu bewirken und von dem Arbeitgeber oder dem dazu bevollmächtigten Betriebsleiter zu unterzeichnen. Sie dürfen nicht mit einem Merkmal versehen sen, welches den Inhaber des Arbeitsbuches günstig oder nachtheilig zu kennzeichnen bezwedt.
        Die Eintragung eines Urtheils über die Führung oder die Leistungen des Arbeiters und sonstige durch dieses Gesetz nicht vorgesehene Eintagungen oder Vermerke in oder an dem Arbeitsbuche sind unzulässig.

    112
        Ist das Arbeitsbuch bei dem Arbeitsgeber unbrauchbar geworden, verloren gegangen oder vernichtet, oder sind von dem Arbeitsgeber unzulässige Eintragungen oder Vermerke in oder an dem Arbeitsbuche gemacht, oder wird von dem Arbeitsgeber ohne rechtmäßigen Grund die Aushändigung des Arbeitsbuches verweigert, so kann die Ausstellung eines neuen Arbeitsbuches auf des Arbeitsgebers beansprucht werden.
        Ein Arbeitgeber, welcher das Arbeitsbuch seiner gesetzlichen Verpflichtung zuwider nicht rechtzeitig ausgehändigt oder unzulässige Eintragungen oder Vermerke gemacht hat, ist dem Arbeiter entschädigungspflichtig. Der Anspruch auf Entschädigung erlischt, wenn er nicht innerhalb vier Wochen nach sener Entstehung im Wege der Klage oder Einrede geltend gemacht ist.

        If the workbook by the employer becomes unusable, is lost or destroyed, or the employer makes incorrect entries or notes, or if the employer refuses to surrender the workbook without legal basis, a new workbook may be issued on the employer’s request.
        An employer which makes incorrect entries or notes or who refuses without legal basis to return the workbook, the worker will be entitled to compensation. The requirement to compensate expires if a valid complaint or objection is not filed within four weeks.

    113
        Beim Abgange können die Arbeiter ein Zeugniß über die Art und Dauer ihrer Beschäftigung fordern.
        Dieses Zeugniß ist auf Verlangen der Arbeiter auch auf ihre Führung und ihre Leistungen auszudehnen.
        Den Arbeitgebern ist untersagt, die Zeugnisse mit Merkmalen zu versehen, welche den Zweck haben, den Arbeiter in einer aus dem Wortlaute des Zeugnisses nicht ersichtlichen Weise zu kennzeichnen.
        Ist der Arbeiter minderjährig, so kann das Zeugniß von dem Vater oder Vormund gefordert werden. Diese können verlangen, daß das Zeugniß nicht an den Minderjährigen, sondern an sie ausgehändigt werde. Mit Genehmigung der Gemeindebehörde des in § 108 bezeichneten Ortes kann auch gegen den Willen des Vaters oder Vormundes die Aushändigung unmittelbar an den Arbeiter erfolgen.

    114
        Aus Antrag des Arbeiters hat die Ortspolizeibehörde die Eintragung in das Arbeitsbuch und das dem Arbeiter etwa ausgestellte Zeugniß kosten – und stempelfrei zu beglaubigen.

    146
        Mit Geldstrafe bis zu zweitausend Mark und im Unvermögensfalle mit Gefängniß bis zu sechs Monaten werden bestraft:
        1. ” ”
        3. Gewerbetreibende, welche den §§ 11 Absatz 3 und 113 Absatz 3 zuwiderhandeln.

        It is punishable with a fine up to two thousand marks and in the case of inability to pay up to six months imprisonment:
        1. ” ”
        3. Those engaged in acts contravening section 11 paragraph 3 and section 113 paragraph 3.

    150
        Mit Geldstrafe bis zu zwanzig Mark und im Unvermögensfalle mit haft bis zu drei Tagen für jeden Fall der Verletzung des Gesetzes wird bestraft:
        1. wer den Bestimmungen der §§ 106 bis 112 zuwider einen Arbeiter in Beschäftigung nimmt oder behält ;
        2. wer außer dem im § 146 Ziffer 3 vorgesehenen Falle den Bestimmungen dieses Gesetzes in Ansehung der Arbeitsbücher zuwiderhandelt ;
        3. wer vorsätzlich ein auf seinen Namen ausgestelltes Arbeitsbuch unbrauchbar macht oder vernichtet.

  2. 2009 April 8

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  3. 2009 May 10
    monkeybum permalink

    s*os*ern = sofern

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